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CHRISTIAN MAHLER
THE
LIQUID IMAGE
PHILIPPE
QUÉAN://
DER BEGRIFF BILD SELBST IST ES, DER SICH MIT DEM AUFKOMMEN EINES NEUEN VOKABULARS
UND EINER NEUEN GRAMMATIK DES SICHTBAREN ÄNDERT.








































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































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>Die
ohnehin schwierige Frage, was genau ein Bild ist, gewinnt mit den digitalen
Medien an Komplexität. Ein digitales Bild ist zunächst ein Datensatz
nummerisch codierter, diskreter Einheiten (binary digits = Bits) auf einem Datenträger,
der sich selbstreferentiell durch seinen FileHeader und die Tags des Image File
Directory als Bild definiert. Ignoriert man den FileHeader, könnte jeder
beliebige Datensatz als Gruppe von Bits und Bytes, die Farbwerte repräsentieren,
also als Bild interpretiert werden, auch wenn es sich dabei um Text, Audiodaten
oder Programmcode handelt. Versucht man zu klären, was ein digitales Bild
ist, kann man den Bildbegriff nicht erst ansetzen, wenn der Datensatz über
Display oder Drucker eine als Struktur erkennbare Gestalt gewinnt. Die Pixelstruktur
ist das Resultat einer Prozesskette, einer Prozesskette, die maßgeblich
von Algorithmen und Interpretationsanweisungen bestimmt ist. Der Bildbegriff
scheint im Digitalen also auch mit der Informationsarchitektur der Daten in
Verbindung gebracht werden zu können und nicht nur mit seiner Ausformung
als Pixelgebilde. Analog zur Fotografie wäre ein digitaler Datensatz am
ehesten mit dem belichteten, aber unentwickelten Negativ zu vergleichen. Die
Fotografie definiert sich über die Prozesskette von Belichtung, Entwicklung
und Fixierung des Negativs und Belichtung, Entwicklung und Fixierung des Papierabzugs.
Der gesamte Prozess inklusive der auf das fixierte Foto einwirkenden Umwelteinflüsse
wird als Bild wahrgenommen und nicht nur das optische Abbild, das als Licht
durch die Linse kam. Anders als bei der Fotografie, bei der das Bild, einmal
entwickelt und fixiert, betrachtet werden kann, müssen digitale Bilder
bei jedem Aufruf sozusagen on demand entwickelt, berechnet werden. Der Datensatz
durchläuft den Darstellungsprozess meist ohne Zeitverzug, so dass, wenn
der Fakt des Realtime-Bildes nicht verinnerlicht ist, wir leicht dem Glauben
erliegen können, wir hätten es bei digitalen Bildern mit dem statischen
Resultat eines abgeschlossenen Prozesses zu tun. Tatsächlich handelt es
sich bei dem Bild um eine temporäre Darstellung. Ein digitaler Datensatz
ist kein geschlossenes statisches , sondern ein offenes, variables und modulares
System. Definiert man etwa jedes Pixel oder eine Gruppe von Pixeln als Modul
und speichert dieses als autonome Datei, können diese wiederum als Reihe
in eine Website gelinkt werden und ein Medienobjekt höherer Ordnung ergeben.
Es entsteht eine Struktur, die in Abhängigkeit von der Breite des Browerfensters
variiert. Tauscht man nun einige der Module gegen andere Inhalte, kann diese
Variabilität genutzt werden, um innerhalb eines Datensatzes verschiedene
semantische Bildinhalte zu codieren. Je nachdem wie die Browserbreite den Zeilenumbruch
definiert, sind diese sichtbar oder im Rauschen verborgen.
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/ 2007 //